Die Ausbildung zum "Interkulturellen Mediator " ist als 1,5-jähriger
Kurs konzipiert & besteht aus 12 Präsenz- und 3 Online-Modulen [sog. E-Modulen
oder Web Based Training – WBT].
Die Module haben jeweils folgende Zielstellungen:
M 1: Mediation: Praxis, Forschung und subjektive Handlungskompetenz (Präsenzmodul)
- Die Herstellung einer ersten subjektiven Handlungssicherheit in der Methode Mediation
M 2: Konflikt (WBT)
- Konflikte als komplexe Phänomene in einem multidisziplinären Zugriff kennen lernen
M 3: Mediation und Konfliktwirklichkeit (Präsenzmodul)
- Die Wirkung von Mediation auf die Gestaltung/Veränderung/ Konstruktion der Konfliktwirklichkeit kennen und reflektieren lernen
M 4: Kommunikation verbessern (Präsenzmodul)
- Erweiterung mediativer Handlungskompetenzen durch systemische und konstruktivistische Zugänge und Techniken
M 5: Erweitertes Repertoire: Außerverbale und narrative Kommunikationstechniken (Präsenzmodul)
- Weitere Techniken für Zusammenhänge erlernen, in denen die Verbalisierung eigener Befindlichkeiten blockiert oder wenig habitualisiert ist
M 6.1: Kultur (WBT)
- Entwicklung eines differenzierten Kulturverständnisses: erst dieses versetzt die Teilnehmer in die Lage,
- Problematiken des Kulturvergleichs und der Interkulturalität verstehen zu können
- die Methode Mediation als kulturell entstanden und kulturell bedingt zu verstehen und
- Kultur als Konstruktion in angemessener Weise analytisch zu behandeln - Bewusstwerdung: je nach Kulturverständnis werden andere Erkenntnisvorgänge eingeleitet
- Entwicklung eines gemeinsamen mentalen Referenzrahmens, was im Rahmen der Ausbildung mit „Kultur“ gemeint ist
M 6.2: Kultur verstehen (Präsenzmodul)
- Vertiefung, Festigung und Erweiterung der Thematik Kultur und deren gemeinsame Reflexion
- Konturierung des Kulturverständnisses im Hinblick auf Begriffe, die für die Mediation sehr wichtig sind: Individuum, Autonomie, Identität
- Herausforderungen der Kulturbeschreibung und des Kulturvergleichs kennenlernen und reflektieren
M 7: Mediation – ein kulturelles Handlungskonzept? (Präsenzmodul)
- Kultur in der Mediation entdecken und beschreiben
- Fähigkeit trainieren, das Arbeitsfeld als uneinheitlich und kontrovers zu erkennen, sich in diesem Feld aber in der Diskussion sicher und kompetent bewegen zu können
M 8: Mediation in Organisationen und Co-Mediation (Präsenzmodul)
- Kennenlernen und Reflektieren der Besonderheiten von Mediation in und zwischen Organisationen
- Kennenlernen und Einüben der Co-Mediation: die Ressource, die ein Co-Mediator darstellen kann, wird diskutiert, und es wird fortan im Kurs häufiger in Co-Mediation gearbeitet
M 9: Interkulturalität (WBT)
- Multidisziplinäre Einführung in das Thema interkulturelle Kommunikation
- Verschiedene Zugänge und Perspektiven von Interkulturalität in der Mediation bahnen
- Vermeidung von Reduktionismus, Interkulturalität hauptsächlich als Erscheinung von Missverständnissen zu beschreiben. Stattdessen Verknüpfung mit den Begriffen Identität und Anerkennung, Kognition, Blickwinkel, Interkulturalität und Dialog
M 10: Interkulturelle Mediation: Perspektive 1 – Kulturelle Differenz (Präsenzmodul)
-> Anwendung dieser Perspektive auf die Interkulturelle Mediation- Einführung in populäre Erklärungsmuster interkultureller Begegnungen und Problemerkennung
- Hinterfragen von Aussagen zu Handlungsdispositionen und Werthaltungen. Neuere Zugänge und Ausblicke, Lösungsmöglichkeiten für die Probleme werden diskutiert.
M 11: Interkulturelle Mediation: Perspektive 2 - Interkulturelle Linguistik (Präsenzmodul)
-> Anwendung dieser Perspektive auf die Interkulturelle Mediation- Kennenlernen von sprachlichen/ kommunikativen Erscheinungen die das Interkulturelle Konfliktgeschehen beeinflussen: die hier fokussierten Interaktionsprobleme erwachsen nicht aus allgemeinen kulturspezifischen Handlungsformen, die aufeinandertreffen, sondern sind spezifische Interaktionsprodukte – Ergebnisse von Inter-Kultur als sprachlichen Phänomenen.
M 12: Interkulturelle Mediation: Perspektive 3 - Kultur als Konstruktion (Präsenzmodul)
-> Anwendung dieser Perspektive auf die Interkulturelle Mediation- Wahrnehmung und Konstruktion des Anderen als Kulturvertreter sowie die Instrumentalisierung von Kultur im Konflikt kennen lernen
M 13: Interkulturelle Mediation: Perspektive 4 – Soziale Ungleichheit (Präsenzmodul)
-> Anwendung dieser Perspektive auf die Interkulturelle Mediation- Den Einfluss von Statusunterschieden und Machtungleichgewichten in einer Situation der innergesellschaftlichen Interkulturalität [z. B. Einwanderungsgesellschaft] kennen und reflektieren lernen.
[Ein der Sozialpädagogik nahestehender Ansatz: Interkulturelle Kommunikationssituationen finden selten zwischen gleich und gleich statt, sondern bedeuten grundlegende Asymmetrien. Diese führen zu typischem Konstruktionsverhalten, wenn Medianten und Mediatoren Äußerungen einzuordnen und zu verstehen versuchen.]
M 14: Abschluss des gemeinsamen Lernprozesses (Präsenzmodul)
- Den gemeinsamen Lernprozess reflektieren
- Ergebnissicherung für die Zeit nach der Weiterbildung
